Saturday, 04-09-2010

100 Jahre Klosterbergschule Bad Berka


  • Begleiter: Walter Sachs sorgt beim Bad Berkaer Bildhauerei-Projekt sowohl für Steine und Arbeitsgeräte wie für den fachlichen Beistand. Foto: Christoph Heß

An der Klosterbergschule Bad Berka werden derzeit die Tage gezählt. Nämlich die, die bis zur großen Festwoche ab 4. Juni verbleiben. Mit ihr feiern Schüler, Lehrer und viele Gäste den 100. Geburtstag des Schulhauses am Klosterberg. Heute sind es bis zu diesem denkwürdigen noch exakt 48 Tage.

Bad Berka. Der Künstler machte es am Mittwoch im Raum 11 der Klosterbergschule Bad Berka kurz: "Guten Tag, ich bin Walter Sachs." Dann stellte er die Tasse in seiner Hand ab, nahm eine Thermosflasche aus der Tasche und schenkte sich Tee ein, um sich hernach alle Zeit für Lisa und Charlotte, für Florian, Johannes, Martin, Bernd, Ferdinand und Elias sowie für Paul, den Jüngsten in der Runde, zu nehmen. Die neun Schüler wollen, begleitet von Kunsterzieherin Carmen Schreiber, am 10. Juni auf den Spuren des Künstlers wandeln und mit seiner Unterstützung Skulpturen aus Thüringer Sandstein schaffen. Denn der 10. Juni steht im Festkalender der Klosterbergschule als Tag der Kreativität, an dem gemalt, gezeichnet, auch geformt, genäht und sogar geschmiedet wird, verrät die Kunsterzieherin. Außerdem gibt es an diesem Tag die Eröffnung der traditionellen Kunstausstellung der Klosterbergschule in der Bad Berkaer Rathausgalerie, obendrein eine Kunstauktion am Tegut-Markt in der Weimarischen Straße.

Was kann ich machen, was könnt ihr machen, damit unser Workshop Spaß macht und erfolgreich wird? Das war die Frage, die für Walter Sachs, den weit über Thüringens Grenzen hinaus bekannten Weimarer Bildhauer und Grafiker, in seiner ersten Begegnung mit den neun Schülern eine ganz wichtige war. Gewonnen hatte ihn für das Projekt Schulleiterin Beate Schmidt, die mit dem Künstler eine langjährige Freundschaft verbindet.

Zuvorderst versprach Walter Sachs, den zu bearbeitenden Sandstein schon Ende April/Anfang Mai anzuliefern. So können sich die Schüler frühzeitig mit "ihrem" Stein anfreunden und versuchen, das zu entdecken, was ihn ihm steckt und wie sie ihn bearbeiten wollen. Sachs riet allein zu eher kompakten Formen und nicht unbedingt zu Durchbrüchen.

Knete und andere formbare Masse dürfte bei den "Bildhauern" in den kommenden Wochen hoch im Kurs stehen. Sechstklässler Paul ist übrigens der einzige, dem Stein und Meißel nicht fremd sind. Was nicht wundert, der Papa ist Steinmetzmeister Thomas Erdmann. Auch er öffnet am Tag der Kreativität seine Werkstatt einer Schülergruppe.

Sabine Schmidt / 16.04.10 / TA